FRIEDEN – KULTUREN – BEGEGNUNG
Die Themen der Projektwoche spannten einen weiten Bogen: von Ideen zum Welt-Frieden, vom Leben in fremden Kulturen wie denen des Orients oder Afrikas über unsere Kultur bis hin zu einer „freien und friedlichen Wirtschaft“. Es ging um den gerechten und schonenden „Umgang mit natürlichen Ressourcen“ und um Gedanken zum Frieden zwischen den Menschen, zum Umgang mit „Kinderrechten“ und zum friedlichen Miteinander von Alt und Jung, Jungen und Mädchen, Armen und Reichen.
Die Sprache, die wir alle so selbstverständlich benutzen, wurde genauer auf mögliche Verletzungsgefahren zwischen Jungen und Mädchen untersucht und diese anhand einer Poetry-Slam-Vorstellung vorgeführt.
Fast überall wurde gewerkelt und gebastelt, z.B. wurden Bilder gemalt, Bücher gebunden, die goldene Regel in „Goldfolie“ geprägt, Hütten aus Ton und Stroh geformt, ein Weltkarten-Puzzle angefertigt u.v.m. Exkursionen standen auf dem Programm, z.B. zum Wertstoffhof und zu einer Passanten-Befragung in der Innenstadt sowie ein Besuch im Altenheim St. Irmengard.
Projekt ORIENT
Die Einführung in das Thema Orient erfolgte zunächst anhand der regionalen Zuordnung auf mehrere Länder des Nahen Ostens und die Mahgreb-Länder Nordafrikas, danach mittels Informationen zur Landeskunde, zu Sitten und Gebräuchen, zur Lebensweise und Religion.
Aus der aktuellen politischen Situation vor allem in den Nahost-Ländern leiteten wir das Ziel dieses Projekts im Rahmen des übergeordneten Themas der Friedenserziehung her: Offenheit, Neugierde und Akzeptanz für Menschen aus fremden Ländern und deren Kulturkreis.
14 verschiedene Angebote standen im praktischen Teil der Projektarbeit zur Verfügung.
Orientalische Tatoos
Das gegenseitige Bemalen der Haut, wie es vor Hochzeiten in machen orientalischen Ländern Brauch ist, fand großen Anklang.
Duftoase
An anderer Stelle wurde das Klassenzimmer in eine Duftoase aus wohligen Rosen-, Lavendel-, Zitronen-, Orchideen- und Vanilledüften getaucht.
Dolche
Die Jungen haben begeistert Dolche aus Sperrholz angefertigt und mit dem Brennstab filigran verziert.
Döschen und Teelichter
Andere Schüler fanden Gefallen an der Gestaltung hübscher kleiner Schatullen bezogen oder einfach nur bemalt und mit Edelsteinen geschmückt.
Schreiben und Malen
Mit Tusche und Feder machten einige Schülerinnen Schreibversuche der Arabischen Schrift und der Zahlen. Beliebt war auch das Ausmalen orientalischer Bildmotive mit Hilfe von Glitzerfarben.
Bauchtanz
Besonders großen Zuspruch bei den Mädchen fand das tägliche Bauchtanz-Angebot, wo sie einfache Bewegungen und Schrittfolgen erlernen konnten. Unterstrichen wurde die Bewegung durch das Tragen typischer Hüfttücher mit glitzerdem Klimperschmuck. In orientalischen Gewändern erschienen manche Schüler am zweiten Tag. Da war eine Haremsdame zugegen oder ein Beduine und sogar ägyptisch gewandete oder mit Pumphose gekleidete Lehrerinnen. Und nie durfte der Turban fehlen, den sich die Kinder selbst binden konnten.
Märchenstunde
Nicht fehlen durften die Märchen aus tausend und einer Nacht, die untrennbar mit dem Orient verbunden sind. So hörten wir immer vor der Pause und vor Schulschluss eine der bekannteren Geschichten, wie z.B. „Ali Baba und die 40 Räuber“, „Aladin“, „Sindbad der Seefahrer“, „Hasan der Seiler“ oder „Das Märchen vom dicken König“.
Die SchülerInnen haben es genossen, aus dem umfangreichen Angebot ganz frei wählen zu können, selbständig zu arbeiten und zu erleben, dass jede eigene Idee als Bereicherung wahrgenommen und zugelassen wurde.
Als die Reise wieder in unserem „Beduinenzelt“ zu Ende ging, waren wir uns alle einig, dass es drei schöne, harmonische und eindrucksvolle Tage waren und eine Fortsetzung wünschenswert wäre.
Einige von uns äußerten sogar den Wunsch, tatsächlich einmal eine Reise in den Orient zu unternehmen, was zeigt, dass Menschen verschiedener Kulturen tatsächlich aufeinander zugehen wollen.
Projekt FRIEDENSBRÜCKE
Eigentlich muss man gar nicht so viel tun, um miteinander friedlich umzugehen: Wenn einer den ersten Schritt macht und der andere den zweiten tut, dann gehen zwei Menschen aufeinander zu.
Und wenn wir uns einander helfen und höfliche Worte gebrauchen, können wir spüren, wie eine Verbindung immer tragfähiger wird. Ein Grundbaustein beim Bau dieser Brücke ist die goldene Regel: „Behandle einen anderen Menschen so, wie auch du behandelt werden möchtest.“
Doch aus eigener Erfahrung wissen wir, dass Konflikte in einer Gesellschaft vorprogrammiert sind. Denn jeder Mensch ist einzigartig, hat andere Ansichten und Eigenarten, die im Zusammenleben aufeinanderprallen. Der Frieden beginnt in jedem Menschen selbst, mit seiner Bereitschaft, Meinungsverschiedenheiten gewaltfrei zu lösen.
Mit 14 Kindern aus der 1. bis 6. Klasse beschäftigten wir uns mit diesem Thema. Eine Geschichte über zwei achtjährige Buben, die einst gute Freunde gewesen waren und sich zutiefst zerstritten hatten, begleitete uns in diesen Tagen. Es war berührend, wie die Kinder gleich zu Beginn „Frieden“ definierten: sich nicht mehr streiten, lachen, Familie, Freunde, Liebe erfahren u.v.m.
Wir konnten spüren, dass nicht nur körperliche Gewalt wehtut, sondern auch, dass unhöfliche Worte sowie Mimik und Gesten verletzend sind. An diesem Tag bemühten wir uns ganz bewusst um freundliche Wörter und erlebten, welch gute Stimmung untereinander entstand.
Viel Spaß und gute Abwechslung bereiteten uns unsere Bewegungsspiele.
Projekt Begegnung JUNG und ALT
Wie gehen wir mit alten Menschen um, mit den eigenen Großeltern, mit Verwandten, später einmal mit unseren eigenen Eltern? Was denken Junge und Alte? Wie gehen Junge mit Alten um? Was verbindet beide?
Wir erforschen in Gesprächen und Interviews, was Alte und Junge gut und gerne machen.
Wir sammeln, welche Aktivitäten Alte und Junge gleichermaßen gut finden.
Wir besuchen das Altenheim St. Irmengard und erforschen, wie wir uns und den Bewohnern einen schönen Vormittag gestalten können.
Spontan und im Rahmen von leichten Gesellschaftsspielen möchten wir einen kleinen Einblick in das Leben der Älteren gewinnen. Uns interessiert, wie ältere Menschen die Welt erleben, was sie gerne machen , was ihnen wichtig ist.
Die Ergebnisse gestalten wir in einer kleinen Ausstellung im Schulhaus.